Der Tannenbaum
von Georg Scheurlin
Der Tannenbaum steht schweigend, Tief in sich selbst versunken “Du Tannenbaum dort oben, “Daß schon die Axt mich suchet
Einsam auf grauer Höh’;
Der Knabe schaukelt im Nachen
Entlang dem blauen See.
Die Tanne steht und sinnt,
Der Knabe kos’t der Welle,
Die schäumend vorüberrinnt.
Du alter finstrer Gesell,
Was schaust du stets so trübe
Auf mich zu dieser Stell’?”
Da rühret er mit Trauern
Der dunklen Zweige Saum,
Und spricht in leisen Schauern,
Der alte Tannenbaum:
Zu deinem Todenschrein,
Das macht mich stets so trübe,
Gedenk’ ich Knabe, dein.”
