Vom Himmel hoch
von Martin Luther
Es kam ein Engel hell und klar Vom Himmel hoch, da komm’ ich her. Euch ist ein Kindlein heut’ gebor’n Es ist der Herr Christ, unser Gott, Er bringt euch alle Seligkeit, So merket nun das Zeichen recht, Des laßt uns alle frölich sein Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin! Bis willekomm, du edler Gast! Ach, Herr, du Schöpfer aller Ding’, Und wär’ die Welt vielmal so weit, Der Sammet und die Seide dein, Das hat also gefallen dir, Ach, mein herzliebes Jesulein, Davon ich allzeit fröhlich sei, Lob, Ehr’ sei Gott im Höchsten Thron,
von Gott aufs Feld zur Hirtenschar;
der war gar sehr von Herzen froh
und sprach zu ihnen fröhlich so:
Ich bring’ euch gute neue Mär,
Der guten Mär bring’ ich so viel,
Davon ich sing’n und sagen will.
Von einer Jungfrau auserkor’n,
Ein Kindelein, so zart und fein,
Das soll eur’ Freud’ und Wonne sein.
Der will euch führ’n aus aller Not,
Er will eu’r Heiland selber sein,
Von allen Sünden machen rein.
Die Gott der Vater hat bereit,
Daß ihr mit uns im Himmelreich
Sollt leben nun und ewiglich.
Die Krippe, Windelein so schlecht,
Da findet ihr das Kind gelegt,
Das alle Welt erhält und trägt.
Und mit den Hirten gehn hinein,
Zu sehn, was Gott uns hat beschert,
Mit seinem lieben Sohn verehrt.
Was liegt dort in dem Krippelein?
Wer ist das schöne Kindelein?
Es ist das liebe Jesulein.
Den Sünder nicht verschmähet hast
Und kommst ins Elend her zu mir,
Wie soll ich immer danken dir?
Wie bist du worden so gering,
Daß du da liegst auf dürrem Gras,
Davon ein Rind und Esel aß!
Von Edelstein und Gold bereit’t,
So wär’ sie doch dir viel zu klein,
Zu sein ein enges Wiegelein.
Das ist grob Heu und Windelein,
Darauf du König groß und reich
Herprangst, als wär’s dein Himmelreich.
Die Wahrheit anzuzeigen mir:
Wie aller Welt Macht, Ehr’ und Gut
Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut.
Mach dir ein rein, sanft Bettelein,
Zu ruhen in mein’s Herzens Schrein,
Das ich nimmer vergeße dein!
Zu springen, singen immer frei
Das rechte Susaninne schon,
Mit Herzenslust den süßen Ton.
Der uns schenkt seinen ein’gen Sohn!
Des freuen sich der Engel Schar
Und singen uns solch neues Jahr.
